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Deutschland schwitzt… und das Wasser wird knapp?

Die vergangenen Tage und die Wetterprognosen mit Temperaturen bis zu 40 Grad legen nahe, dass der Sommer 2019 wie auch der Sommer 2018 durch lang anhaltende Trockenheit geprägt sein wird.

Wie sich den Medien entnehmen lässt, herrscht in einigen Gemeinden Deutschlands aufgrund der Dürre und des damit verbundenen erhöhten Wasserverbrauchs sogar bereits Trinkwasserknappheit.

Dies, obwohl die der Allgemeinheit dienende Wasserversorgung (öffentliche Wasserversorgung) zentrale Aufgabe der staatlichen Daseinsvorsorge ist.

Zu beachten ist jedoch, dass es sich hier nicht um eine klassische Wassermangelsituation handelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden ca. 70% des Trinkwassers in Deutschland aus Grund- und Quellwasser gewonnen, der Rest aus Oberflächenwasser (Seen, Flüsse, Talsperren). Die tieferen Gesteinsschichten bleiben von der Hitze jedoch weitgehend unberührt. Jährlich bleiben zudem sogar 154,9 Milliarden Kubikmeter Wasser ungenutzt (Statistisches Bundesamt). Die Ursachen für die Wasserknappheit liegen vielmehr im technischen Bereich. So kann es aufgrund der hohen Wassernachfrage beispielsweise vorkommen, dass die Kapazitäten des Wasserleitungsnetzes insgesamt oder der Trinkwasseraufbereitungsanlagen örtlich vorübergehend nicht ausreichen oder der Druck im System zu stark abfällt.

Die Wasserversorger reagieren, indem sie die Trinkwasserverwendung für bestimmte Zwecke beschränken, soweit dies zur Sicherstellung der allgemeinen Wasserversorgung erforderlich ist. Es wird beispielsweise verboten, mit Trinkwasser Garten- und Grünanlagen zu bewässern, das Auto zu waschen oder den Swimmingpool zu befüllen. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgeld oder sogar das Einstellen der Versorgung. Die Verbote finden ihre Rechtsgrundlage in der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV).

Zudem beschränken oder verbieten die zuständigen Behörden teilweise die erlaubnisfreie Nutzung von Oberflächengewässern (Gemeingebrauch) auf Grundlage der Landeswassergesetze. Eingeschränkt oder untersagt wird z.B. das Entnehmen auch geringer Wassermengen aus Oberflächengewässern.

Fazit: Trotz anhaltender Hitze und Trockenheit, müssen Menschen, die in Deutschland leben, sich nicht um Wasserknappheit sorgen.

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